Schattenbahnhof

 

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Prolog zum Vorbild:

Die Illertalbahn

Anlage "Illertal":

Spur N Gleisplanung

"Illertal" - der Bau:

Spur N Modellbahnbau

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Gras auf der Modellbahn

Schattenbahnhof

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Ja, wo laufen sie denn?

Im nachfolgenden Bild auch hinter der Kulisse! Denn dort befindet sich ein Schattenbahnhof:

Schattenbahnhof Modellbahn

Ausschnitt der Anlage Illertal: Das Auge sieht nur was es sehen soll, nämlich eine schöne Szenerie. Hinter der Foto-Kulisse gibt es weitere Abstellgleise. Hier die Gleisplanung Spur N.

Wie und warum diese Anlage einen Schattenbahnhof hat erfährst du hier. Und es ist mir Anlass, das Thema ausführlicher zu behandeln.

Lies hier:

Schattenbahnhof Spur N

Schattenbahnhof Spur N Anlage "Illertal"

Was ist überhaupt ein Schattenbahnhof?

Auf einer Modelleisenbahnanlage ist der Schattenbahnhof ein verborgener Ort, wo man Züge abstellen kann. Warum unsichtbar? Weil man sich hier eine aufwändige Gestaltung von Landschaft spart. Und in der Regel will man abgestellte Züge auch nicht sehen. Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Schattenbahnhöfe können enorme Dimensionen aufweisen, in technischer wie räumlicher Hinsicht. Nicht selten sind da mehr Gleismeter und Weichen verbaut als im sichtbaren Teil einer Modellbahnanlage. Auch Betrieb und Steuerung von Schattenbahnhöfen sind oft anspruchsvoll: Welcher Zug fährt wann?


Brauche ich einen Schattenbahnhof?

Nein. Aber dein Wunsch nach einem Schattenbahnhof wird proportional wachsen mit der Anzahl deiner Loks und Wagons. Immer nur mit ein- und demselben Zug im Kreis herumfahren ist auf Dauer wenig prickelnd. Ebenso, wenn man ständig komplette Züge von Hand auf- und wieder abgleisen muss.

Einwurf: "Aber ich habe doch Abstellgleise im sichtbaren Bahnhof?"

Das mag eine Zeitlang als Übergangslösung reichen. Aber nicht jeder will einen ständig vollgeparkten Bahnhof. Und, Stichwort Modellbahn Epochen: Für vorbildorientierte Modellbahner ist es ein No Go, wenn im Bahnhof neben dem ICE ein Dampflok-Schnellzug aus den 60er Jahren steht.

Ein Schattenbahnhof macht also den Zugbetrieb abwechslungsreicher und realistischer. Ganz ausgefuchste Modellbahner arbeiten sogar mit identischen Zuggarnituren, bei denen einzig der Status der Wagonbeladung variiert: "Beladene" Güterwaggons rein, "leere" Waggons raus.


Planung

Wer einen Schattenbahnhof planen möchte, dem hilft eine Metapher, die sich ganz unbescheiden "die Welt" nennt. Sie bringt zum Ausdruck, dass im sichtbaren Bereich einer Modellbahnanlage stets Kopfkino stattfindet: Woher kommt der Zug? Wo will er hin?

Da man in der Regel im sichtbaren Bereich keinen Platz hat für Dutzende Bahnhöfe oder gewerbliche Szenarien, hilft also die Erzählung von der "Welt" bei der Planung eines Schattenbahnhofs.

Wie beim Theater. It's all show. Aber ohne Schattenwelt funktioniert die Bühne nicht.


Konzepte

Räumlich betrachtet unterscheidet man bei Schattenbahnhöfen nach:

  • Kulissenkonzept
  • Etagenkonzept

Beim Kulissenkonzept liegt der Schattenbahnhof auf derselben Ebene wie der sichtbare Anlagenteil. Meist schirmt eine Hintergrundkulisse den Blick auf das Unerwünschte ab. Man nutzt also die horizontale Dimension des Raumes.

Beim Etagenkonzept nutzt man dagegen die vertikale Dimension. Meist liegt der Abstellbahnhof dann unterhalb der sichtbaren Anlage.

Beides hat spezifische Vorteile und Nachteile:

Quicklinks zum Stöbern:
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Vorteile Kulissenkonzept:

  • keine Steigungen
  • gute Zugänglichkeit (bei Begehbarkeit rundum)

Vorteile Etagenkonzept:

  • vergleichsweise bessere Raum- und Platzausnutzung
  • bietet sich an, wenn die Anlage über mehrere Etagen verläuft

Sonderfall Fiddle-Yard

Der Begriff Fiddle-Yard stammt aus dem Englischen und meint in der Regel einen simplen Mini-Abstellbahnhof, der offen zugänglich ist und mit der Hand bedient wird. Vorteil: Kein Ärger mit komplizierter Technik. "Sonderfall" deshalb, weil es oft kaum mehr als ein paar kurze Gleisstummel sind, was sich nur mit viel Fantasie als Schattenbahnhof bezeichnen lässt.

Fiddelyards sind häufig bei Mini-Anlagen und (Kleinst-) Rangierspielen zu finden, wo keine längeren Züge verkehren, sondern "die Hand Gottes" nur mal den einen oder anderen Wagon austauscht. Aufgrund der kleinen Abmessungen werden Fiddelyards gern links oder rechts an eine bestehende Szenerie angedockt.


Betrieb

Auch beim Betrieb eines Schattenbahnhofs unterscheidet man grob zwei Konzepte. Diese haben ebenfalls ihre spezifischen Vorteile und Nachteile:

  • Züge parken hintereinander: Keine Abstellgleise nötig. Dafür eine lange Fahrstrecke nötig
  • Züge parken nebeneinander: Abstellgleise nötig (Überholgleise oder Stumpfgleise)

Vorteile "nacheinander parken":

  • prinzipiell auch ohne Weichen möglich
  • weniger Weichen = weniger Entgleisungsrisiko

Vorteile "nebeneinander parken":

  • Flexibler, da keine festgelegte Zugabfolge
  • vergleichsweise großer Zugspeicher bei kurzer Fahrstrecke
  • kompakter, auch für kleinere Anlagen geeignet
  • Theoretisch auch über simple Stopweichen Funktion steuerbar, d.h. keine Blockabschnitte nötig (=einfache Elektrik)

Gleisplan

Beim "Nacheinander-Parken-Konzept" muss der Schattenbahnhof Gleisplan eine Fahrstrecke beinhalten, die lang genug ist um alle Züge aufzunehmen. Diese Strecke wird in Blockabschnitte unterteilt. Der Streckenbedarf kann aber schnell beträchtlich werden. Bereits drei oder vier Zuggarnituren benötigen schon mehrere Meter Gleis. Und die Zugreihenfolge ist festgelegt.

Beim "Nebeneinander-Parken-Konzept" gibt es eine Gleisharfe, bei der jedes Abstellgleis seine eigene Ein- und Ausfahrtsweiche hat. Für Wendezüge oder Pendelbetrieb reichen auch Stumpfgleise:

Gleisplan Konzepte für den Schattenbahnhof

Schattenbahnhof Gleisplan Konzepte

Ob Oval, Hundeknochen, Kehrschleifen, zweigleisige oder eingleisige Hauptstrecke: Grundsätzlich lassen sich beide Konzepte in jeden Gleisplan integrieren. Oder sogar kombinieren. Auch können in einem Streckenverlauf mehrere Schattenbahnhöfe eingebaut werden.

Entscheidend bei der Schattenbahnhof Gleisplanung sind daher Anzahl und Länge der Zuggarnituren sowie die Art des Fahrbetriebes. Entsprechend wird der Schattenbahnhof Gleisplan dimensioniert. Im Zweifel gilt: Eher größer planen.


Steuerung & Technik

Im Detail kann die Schattenbahnhof Technik sehr komplex sein, etwa wenn der Gleisplan Wendeschleifen enthält, Züge "Kopf machen" sollen, Entkupplungslgleise oder - sogar das soll es geben - eine Drehscheibe verbaut ist. Weichenstraßen brauchen ihre Schalttechnik; und auch Gleisbesetztmelder machen Sinn. Sie geben eine Rückmeldung, ob ein Gleis belegt ist, wenn man keine Einsicht in die Schattenwelt hat oder eine automatische Schattenbahnhof Steuerung betreibt. Manche leisten sich sogar eine Videoüberwachung im Schattenbahnhof.


Schattenbahnhof bauen: Tipps

Betriebssicherheit steht an oberster Stelle. Entgleisungen oder Technikstörungen im Schattenbahnhof sind ein großes Ärgernis. Ständig unter oder hinter die Anlage zu krabbeln macht wenig Spaß. Doch der Kompromiss zwischen Sicherheit und betrieblichen Wünschen kommt oft einer Quadratur des Kreises gleich. Störungsvermeidung durch Prophylaxe heißt daher das Motto:

  • Vermeide Zickzack Gleisverlauf bei Weichenstraßen
  • Vermeide entgleisungsanfällige Bogenweichen oder Doppelkreuzungsweichen
  • Vermeide enge Radien
  • Vermeide krasse Steigungen bei Gleiswendeln und Rampen. 2,5 % max sind ein guter Richtwert
  • Vermeide altes "B-Ware" Gleismaterial. Gerade im SBF ist gute Funktionalität wichtig
  • Achte auf gute Zugänglichkeit
  • Achte beim Etagenkonzept auf ausreichend Höhe zwischen den Etagen. Die übliche Höhenformel für Tunnel (= Gleiskörper + ausgefahrener Stromabnehmer bei Elloks) reicht nicht, wenn man "unter Tage" größere Pannen beheben muss
  • Es muss nicht immer ein Tunnel sein: Die Zufahrt zum Schattenbahnhof lässt sich auch durch andere Landschaftselemente kaschieren wie geschickt platzierte Gebäude, Brücken, Bäume, Hügel oder gar Toreinfahrten
  • Für die komplizierte Gleisreinigung im Verborgenen empfehlen sich spezielle Reinigungswagen. Einfache Modelle haben Filze, welche die Gleise säubern. Wer mehr Geld ausgeben will, der greift zu Modellen mit integriertem Mini-Staubsauger

Vorgestellt: Schattenbahnhof Spur N "Illertal"

Dieser folgt dem Kulissenkonzept. Mit zwei Abstellgleisen erreicht dieser Mini-Schattenbahnhof aber gerade noch die Minimalanforderung, um sich überhaupt so nennen zu dürfen:


Gleisplan Schattenbahnhof: Kulissenkonzept

Gleisplan Schattenbahnhof: Kulissenkonzept

Die Zufahrt erfolgt über Weichen, die durch Tunnel getarnt sind. So können die Züge entweder im sichtbaren Teil der Modellbahnanlage kreisen oder in den Schattenbahnhof einfahren.


Getarnte Zufahrt

Die Tunnel gelüftet - und schon ist auch das Geheimnis der verborgenen Zufahrten gelüftet:

Schattenbahnhof tarnen

Schattenbahnhof tarnen

Oben rechts ein kleiner "Kaschier-Hügel", der ebenfalls eine Problemzone verbirgt. Denn hier durchschneidet das Zubringergleis die Hintergrundkulisse "im Eck". Weichen im Schattenbahnhof werden alle per Hand gestellt. Ich mag es simpel. Was auch kein Problem ist, da die Anlage rundum begehbar ist.
Hier der gesamte Gleisplan: Gleisplanung Spur N mit Stückliste


Die Rückansicht zeigt die knappen Platzverhältnisse. Jeder Zentimeter zählte beim Bau:

Schattenbahnhof Zufahrt

Auch gut zu sehen: Die Kulissen sind simple Stellwände aus Hartfaser.


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