Eisenbahnplatte bauen

 

Prolog & Planung

Der Gleisplan Spur N

Bau als Eisenbahnplatte

Bilder: Im Hafen

Bilder: Am Bahnsteig

Bilder: In der Stadt

Straße & Ampel Spur N

Signale Spur N

Papierschiff basteln

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Der Bau

Liebe Hobbyfreunde und Modellbau Profis, die der edlen Spantenbauweise mächtig sind - Vorsicht: Das Betrachten des nachfolgenden Kapitels zum Hafenbau kann zu schwerwiegenden Irritationen führen. Hier wird der berüchtigten Modellbahnplatte gefrönt. Und zwar ziemlich inflationär!

Eisenbahnplatte

Kaimauer, Bahnsteigebene mit Verkleidung aus Mauerarkaden, Empfangsgebäude über den Gleisen: Von unten nach oben sind die einzelnen Platten, respektive Ebenen, zu erahnen.

Hafen Modellbau - oder: Die Modelleisenbahnplatte lebt!

Modelleisenbahn auf der Platte ist bei mir ja Religion. Denn wenn ich eines nicht habe, dann ist es Zeit. Nochmal zur Erinnerung mein Credo: "Eine Modellbahnanlage wird fertig - und zwar in 14 Tagen!".

Nun besteht diese Hafenanlage aus drei gestalteten Ebenen, wie dieser Gleisplan Spur N zeigt: Unten der Hafenbereich, in der Mitte das Fahrkreis Oval, und oben die Stadt.

OK, kein Problem. Dann machen wir eben 3 Platten.

Gelogen. Es sind 4. Denn die unterste Platte gibt´s gleich doppelt. Warum? Das erfährst du jetzt.


Hafenanlage bauen: 4 x Birke Multiplex

Konzept für den Bau: 4 Holzplatten in den Abmessungen 190 x 95 cm, Stärke 12 mm. Jede ist für sich selbsttragend mit entsprechendem Leisten Unterbau als Abstandshalter. Als Material Birke Multiplex, das ist stabil und verzieht sich nicht. Dann wird einfach aufeinander gestapelt wie ein Sandwich. Leinen los:

Hokuspokus…

Quicklinks zum Stöbern:
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Modellbahn Platte

…Fidibus…

Modellbahn Hafen bauen

…Ramtamtam und Rappeldizapp…

Modellbahn bauen

Ich habe fertig!

Eisenbahnplatte Spur N

Alles klar?
OK, nochmal in Zeitlupe:

Modellbahn Hafen bauen

Die Basis-Platte besteht aus zwei Platten, die fest miteinander verschraubt sind. Warum, dazu später. Zur Versteifung dieser doppelten Grundplatte gibt es noch ein paar stabile Kanthölzer von unten dran. Sicher ist sicher. Die gesamte Modelleisenbahnanlage soll ja selbsttragend auf Böcken ruhen.

Die Stichsäge Arbeiten erfolgen nach dem Try-and-Error Prinzip: Legen der wichtigsten Gleise, Maß nehmen für den Zuschnitt, sägen. Das Ganze wiederholen, bis es halt passt. Solange die Holzarbeiten noch nicht fertig sind, bleiben die Gleise lose verlegt. Erst zum Schluss werden die Schienen fixiert. Aber nur punktuell, geklebt an eingen weniger Stellen mit Uhu. Halbfliegender Aufbau ist bei mir ja Konzept, da stören fest verlegte Gleise oder gar Einschottern. Leichter und schneller Rückbau muss jederzeit möglich sein. Wer weiß, wann die nächste Modellbahnanlage fällig ist.

Die lange Kaimauer am Hafenbecken verläuft in einem 15 Grad Winkel. Das ist übrigens auch das Grundraster der Gleisgeometrie des hier verwendeten Fleischmann Piccolo Spur N Gleissystems. Nach dieser 15° Flucht richtet sich alles andere aus. Geodreieck und Stift sind also in dieser Bau-Phase wichtige Werkzeuge. Die 15° Flucht sollte übrigens auch Gleisplan Dogmatiker zufriedenstellen. Wie war das doch? "Keine Gleise parallel zur Anlagekante!". Machen wir, bitte sehr:


Modelleisenbahn bauen

Steigung bauen

Zum Hafen ins Untergeschoss führt bekanntlich laut Gleisplan eine Stichbahn. Der Steigungsbau erfolgt mit Gewindestangen, Schraubenmuttern und Unterlegscheiben. Jetzt klärt sich auch das Geheimnis der doppelten Grundplatte: Aus der oberen Platte wird der Verlauf der Steigungsstrecke ausgesägt, die untere Platte fungiert als Konter für die Muttern der Gewindestangen. Sandwich eben. Somit war dieser Steigungsbau in 2 Stunden erledigt:

Steigung bauen

Das Gefälle selbst beträgt etwa 4 %. Das ist OK. Zum Hafen sind ja nur kleinere Zuggarnituren unterwegs. Der kurze Zug im Bild jedenfalls meistert die Steigung problemlos. Die obere der beiden Platten dient zudem auch als Kaimauer für das Hafenbecken und ist vorne entsprechend ausgesägt. Die Schnittkante wird später mit Wellpappe verkleidet.Das ergibt dann die Spundwand. Auf die unterste Platte ist zudem noch ein Stück Rauhfaser-Tapete geklebt. Deren Struktur dient als Grundlage für das Wasser. Wie genau ich hier vorgegangen bin findest du hier erklärt: Modellbahn Hafen - weitere Bilder


Plattenbau: Die nächste Ebene

Hier befindet sich das eigentliche Fahroval. Klar, das sofort verkabelt werden muss für ausgiebige Probefahrten. Also an ein paar Stellen im Fahrkreis die bekannten Gleisklemmen von Fleischmann schnell angeklipst, Litzen rein gezwirbelt, los geht´s:

Eisenbahnplatte bauen

Im Vordergrund das 100% Oldschool Analog Stellpult. Wobei der zweite Trafo ohne Funktion ist, wie auch die elektrischen Weichenschalter. Die gesamte Modellbahnanlage hat nur einen einzigen elektrischen Stromkreis (=Trafo), und die Weichen sind alle Handbetrieb. Die Oberleitung sind funktionslose Attrappen von Arnold. Die Masten sind nur im sichtbaren Bereich platziert.


Die Platte macht´s möglich: Leichter Auf- und Abbau

Wird der Bahnhofsdeckel entfernt, muss vorher nur das entsprechende Gleis am Übergang zur Steigung entfernt werden. Wer bei dem Foto oben genau hinschaut, erkennt die Übergangsstelle mit dem Spalt der beiden Ebenen. Dazu müssen noch die Litzen für den Fahrstrom abgeklemmt werden. Stromanschluss erfolgt sowieso nur an insgesamt 3 Stellen ( 2 x Fahrkreis, 1 x im Hafen), mehr Kabel gibt es nicht. Auf Signale, elektrische Weichen, Entkupplungsgleise und sonstigen Elektrik-Kram wird verzichtet. Zwei Schubladengriffe aus dem Baumarkt, direkt auf die Eisenbahnplatte montiert, ermöglichen das Abnehmen durch eine Person.


Hafengebäude - oder: Richtig platziert ist die halbe Miete

Der aufmerksame Betrachter wird bemerkt haben, dass die Hafen Gebäude als Blende vor der Bahnhofsebene fungieren. Sie verdecken einerseits die Leiste des Unterbaus, sind aber andererseits flach genug, um nicht die Sicht zu behindern auf den Zugverkehr eine Etage höher. Wir wollen unsere Züge schließlich auch sehen.

Ausnahmen sind die Hafenbauwerke rechts im Vordergrund, also der Raiffeisen Silo und der große Hafenspeicher in Ziegeloptik. Sie sind deutlich höher. Auch das ist Absicht. Denn dahinter liegt die deutlich höhere dritte Etage mit den Häusern der Stadt. Tarnung ist halt alles. Das spart viel Arbeit in Sachen Gelände bauen.

Das Überwerfungsbauwerk beim Zubringergleis zum Hafen besteht aus zugesägten Holzklötzchen, Balsaholz Vierkantleisten, einem Rest Arkade aus der Bastelkiste und einer kleinen Deckelplatte. Dann einfach unter dem Bahnhofsdeckel eingeschoben. Die Durchfahrtshöhe dort beträgt 4 cm. Sie wird bestimmt durch den Unterbau der Bahnhofsplatte. Vier Zentimeter reichen, schließlich haben die Gleise am Hafen keine Oberleitung. Die Steigung ins Untergeschoss dankt die überschaubare Höhendifferenz.

Der Basisanstrich ist bei mir übrigens immer derselbe, egal ob Grundplatten, Böschungen oder gegipste Berge: Erst Silbergrau RAL 7001, dann flüchtig schwarzer Farbspray für den "Schmutz" darüber gehaucht. Bei Landschaftsteilen dann das übliche grüne Gestreusel drauf.


Das Obergeschoss

Die oberste Platte ist aus Gewichtsgründen zweigeteilt. Zunächst der rechte Teil:


Stadt bauen Spur N

Hier befindet sich die Stadt. Alles super simpel, die Häuser sind nur lose gestellt, und somit in Sekundenschnelle auf- oder abgebaut. Beleuchtung und sonstige Kabel gibt es nicht. Außer ein paar aufgeklebten Straßen und Bäumen also kein Landschaftsbau. Mehr zu den Straßen hier:
>> Realistische Straßen in Spur N - schnell und einfach selber machen
Im übrigen findet auch hier das "Blenden-Prinzip" Anwendung: Arkadenmauern verdecken die Leisten des Unterbaus. Der Unterbau selbst ist mit 4,5 cm etwas höher als das Hafengeschoss, da bei der Unterführung die Bahnstrecke mit Oberleitung drunter passen muss. Das Portal der Bahnunterführung besteht aus Vierkanthölzchen für die seitlichen Säulen, dazu Geländer und Schutzbleche aus der Bastelkiste.

Der linke Teil der obersten Deckelplatte. Empfehlung des Hauses heute: 2019er Modellbahner Spätlese …

Modellbahn Weinberg bauen

Der Weinberg ist auf dieser Modelleisenbahn der einzige nennenswerte Teil, der die Bezeichnung Gestaltung von Landschaft auch verdient. Weinreben von Noch, Tannen von Busch, Tunnelportale von Vollmer und was die Restekiste so im Fundus hat. Grünstreu ist ein Mix aus "Sommerwiesengras" von Noch, und Heki "Mikrolaub mittelgrün". Profis verwenden für die Begrünung ja gern ein elektostatisches Begrasungsgerät, welches die Fasern vorbildgetreu aufrichtet. Mir taugt aber auch die einfache Teesieb Methode. Arbeitszeit für den Weinberg: Gut ein Tag, gerechnet allerdings in mehreren Arbeits-Schichten wegen Trocknungsphasen von Gips, Farben und Weißleim.

Der Weinberg Bau im Detail

Der Rohbau erfolgte nach der altbekannte Methode für den Modellbahn Landschaftsbau. Erst Grundgerüst erstellen und Alu-Fliegengitter pinnen:

Berg bauen

Das Grundgerüst erforderte etwas Planung, da die diversen Tunnel gleich passend mit eingebaut werden mussten. Der Berg soll ja später wie eine Haube aufgesetzt werden. Zudem galt es, den Zufahrtsweg zur Burg gleich mit zu planen. Hierfür ein Rest Hartfaserplatte zurecht geschnitten und auf die Spanten genagelt. Auch die eine oder andere Trockenmauer am Weinberg wird bereits mit kleinen Holzleisten vorbereitet.

Dann die Gips-Panscherei. Also mir macht sowas ja Spass:

Landschaft bauen

Jetzt wird auch klar, warum der Weinberg Bau extra erfolgte. Gips geht ins Gewicht, und dieser Berg hat selbst im Maßstab 1:160 stattliche Abmessungen. Gut zu sehen die Terrassierungen im Weinberg. Die Frontseiten werden später mit Dekorplatten von Faller beklebt für den passenden Trockenmauer-Look. Hardcore Modellbahner ritzen ja Mauerstrukturen in Gips. Mir ist das zu aufwändig.
Von den Noch Weinreben waren ein paar Packungen nötig, was ziemlich ins Geld ging. Dafür waren die paar Reihen dann auch in einer halbe Stunde geklebt (normaler Uhu Kleber).

Das Ganze von hinten:

Modellbahn Hintergrund befestigen

Warum überhaupt Berge bauen?

Nun: Eine Modelleisenbahnplatte ganz ohne Erhebung wär ja doch etwas langweilig…!
Der Hauptgrund ist aber: Für die Hintergrundkulisse wird ein Fixpunkt benötigt. Deshalb sind auf der Außenseiten Gewindestangen eingebaut. Sie dienen als Modellbahn Hintergrund Befestigung. Die Hintergrundkulisse (= 5 mm Hartfaserplatte mit Wolken Motiv von Gaugemaster "Scenics") wird dann mittels Flügelmuttern montiert, und ist bei Bedarf ruckzuck leicht abnehmbar.

Deshalb gibt es auch zwei Berge auf dieser Modellbahnanlage. In jeder Ecke jeweils einen: Links der große Weinberg, und in der rechten Ecke hinter den Stadthäusern einen zweiten Berg. Letzterer ist aber deutlich kleiner. Zudem sorgen die beiden Berge an den Ecken für räumliche Tiefe und einen guten Übergang zur Kulisse.


Eisenbahnplatte bauen in 14 Tagen: Mit diesen 5 Regeln gelingt es auch dir!

  1. Keep it easy
  2. Gute Planung: Konzept & Gleisplan müssen zu Ende gedacht sein. Oder bau das hier nach!
  3. Gebäude nicht selber kleben sondern fertig kaufen. Tipp: Im Sommer gibts Häuser bei eBay für´n Appel und´n Ei
  4. Kein technischer Schnickschnack (Elektrik, Beleuchtung, Signaltechnik usw.)
  5. Bei kleineren Modellbahnanlagen wie dieser reicht Weichen Handbetrieb. Achte aber auf Zugänglichkeit

Weiter mit dem nächsten Kapitel: >> Der Hafen